Tränenfilm

Welches Kontaktlinsenmaterial geeignet ist muss in Abhängigikeit von der Augen- bzw. Tränenfilmuntersuchung gewählt werden.

 

Der Tränenfilm ist aus drei unterschiedlichen Schichten - der an die Hornhaut angrenzenden Muzinschicht, der wässrigen Schicht und der Lipidschicht - zusammengesetz. Der Tränenfilm erfüllt am Auge wichtige Aufgaben für Funktion und Augengesundheit:

 

  • Befeuchtung der Hornhaut und Bindehaut
  • Sauerstoffversorgung der äußeren Hornhautschicht
  • glätten der Hornhaut von Unebenheiten
  • Abwehr von Bakterien und Viren
  • Ausschwemmen von Fremdkörpern

Nach dem Aufsetzen einer Kontaktlinse auf das Auge muss der Tränenfilm in der Lage sein, die gleichen Aufgaben zu erledigen wie ohne Kontaktlinsen.

Wassergehalt

Die amerikanische FDA (Food an Drug Administration) hat Kontaktlinsenmaterialien je nach Wassergehalt und Oberflächenladung in vier Gruppen eingeteilt

Gruppe1: H2O unter 50% - Nichtionische Polymere

Gruppe2: H2O über 50% - Nichtionische Polymere

Gruppe3: H2O unter 50% - Ionische Polymere

Gruppe4: H2O über 50% - Ionische Polymere

 

Weiche Kontaktlinsenmaterialien, deren Wassergehalt zwischen 38% und 80%, werden nach EN ISO oder FDA in Materialien mit „geringen“ und „hohen“ Wassergehalt eingeteilt. Geringer Wassergehalt bedeutet hierbei bis 50% Wasser, hoher Wasssergehalt ab 50% Wasser.  

Als Faustregel gilt, je höher der Wassergehalt, desto sauerstoffdurchlässiger die Kontaktlinsen. Allerdings lagern sich auf höher wasserhaltigen Kontaktlinsen leichter Proteine ab und die Materialien sind empfindlicher, d.h. nicht so reißfest und anfälliger für Verfärbungen. Zudem wird bei einem hohen Wassergehalt schneller Feuchtigkeit vom Auge an trockenere Luft abgeben. Das Auge trocknet dabei über längere Zeit hin aus.   

Für trockene Augen empfiehlt sich also ein eher niedriger Wassergehalt. Diese Materialien sind auch dünner, reißfester und resistenter gegen Ablagerungen. Bei sehr dünnen Kontaktlinsen kann sich die Handhabung allerdings als etwas schwieriger erweisen.

 

Gasdurchlässigkeit bzw. Sauerstoffdurchlässigkeit

Das Auge wird ausschließlich von außen über die Hornhaut mit Sauerstoff versorgt, daher sollte die Kontaktlinse diese Versorgung möglichst wenig behindern. Ist die Versorgung der Hornhaut gestört, entstehen Quellungen, die die Sehleistung vermindern. Die Stabilität und Regenerationsfähigkeit wird vermindert und ein dauerhafter Sauerstoffmangel Einwachsungen von Blutgefäßen begünstigen. Die Sauerstoffdurchlässigkeit des Kontaktlinsenmaterials wird in dem Dk-Wert ausgedrückt. Je höher der Dk-Wert desto höher die Sauerstoffdurchlässigkeit der Kontaktlinse. Bei weichen Kontaktlinsen ist der Dk-Wert vom Wassergehalt abhängig - je höher der Wassergehalt, desto höher der Dk-Wert. Die neuen Kontaktlinsenmaterialien nehmen Wasser schneller auf und geben es langsam ab. Somit sind sie für ungünstige Tragebedingungen und trockene Augen besser geeignet.

 

 

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